Fachliches zur Fortschreibung mit PerSEH für Fachleute
für den Teilhabebereich Arbeit
Auf dieser Seite finden Sie fachliche Informationen zum BEI_NRW in der Fortschreibung. Dazu zählen Infos zum Bedarfsermittlungsinstrument, zur ICF-Orientierung im BEI_NRW usw..
Das Bedarfsermittlungsinstrument BEI_NRW für Fachleute
BEI_NRW ist ein Instrument zur Ermittlung des Teilhabebedarfs von Menschen mit Behinderungen in Nordrhein-Westfalen. Es orientiert sich an der Internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF) und stellt die Wünsche und Ziele des Menschen mit Behinderung in den Mittelpunkt – unabhängig von Art und Schwere der Behinderung.
Es setzt die Vorgaben zum Gesamtplanverfahren nach dem SGB IX um und wird bei der Erstbedarfsermittlung sowie der Fortschreibung von Leistungen in Werkstätten für behinderte Menschen und bei anderen Leistungsanbietern genutzt.
Entwickelt wurde es gemeinsam von LWL und LVR. Aufgrund der unterschiedlichen Rahmenbedingungen und strukturellen Vorgaben wurde das BEI_NRW für den Bereich Teilhabe am Arbeitsleben im Gebiet des LWL in Teilbereichen angepasst.
Die Dokumentation erfolgt in der webbasierten Anwendung PerSEH durch den LWL und die Leistungserbringer.
Der LWL ermittelt bei der Erstbedarfsermittlung im BEI_NRW-Gespräch den Bedarf und überprüft regelmäßig (in der Regel alle zwei Jahre), ob Leistungen weitergeführt werden.
Bei der Fortschreibung führen Leistungserbringer BEI_NRW-Gespräche mit den Menschen mit Behinderung und dokumentieren diese in PerSEH; der LWL prüft die Ergebnisse im digitalen Austausch.
Akteur:innen in Bedarfsermittlungsgesprächen
Am Fortschreibungsprozess beteiligt sind der Mensch mit Behinderung, gegebenenfalls der Leistungserbringer sowie rechtliche Betreuung oder Vertrauenspersonen.
Der Mensch mit Behinderung entscheidet selbst nach den Vorgaben des BTHG, ob und von wem er sich begleiten lässt.
ICF Orientierung im BEI_NRW
BEI_NRW basiert auf dem bio-psycho-sozialen Modell der ICF, das die Wechselwirkungen zwischen Gesundheit, Aktivitäten, Teilhabe und Kontextfaktoren beschreibt.
Für die Arbeit mit BEI_NRW ist ein grundlegendes Verständnis der ICF und ihrer Anwendung in der Eingliederungshilfe erforderlich.
Behinderung wird dabei als Ergebnis dieser Wechselwirkungen verstanden – nicht als reine Eigenschaft der Person, sondern als Zusammenspiel von individuellen und umweltbezogenen Faktoren, die im jeweiligen Kontext berücksichtigt werden.
Das Bio-psycho-soziale Modell
Hier geht es zur ICF:
Aktivitäten und Teilhabe im BEI_NRW
Der Bereich „Aktivitäten und Teilhabe“ beschreibt, was ein Mensch mit Behinderung tun kann (Aktivitäten) und wie er am Leben teilnimmt (Teilhabe).
Im BEI_NRW für den Teilhabebereich Arbeit sind die ICF-Kapitel in vier praxisnahe Bereiche gegliedert: Arbeit, Kommunikation, Selbstversorgung/Häusliches Leben/Mobilität sowie Gemeinschaft und Freizeit. Diese Struktur unterstützt eine personenzentrierte Gesprächsführung und klare Dokumentation.
Dabei werden auch Wechselwirkungen mit Kontextfaktoren berücksichtigt. Leitfragen helfen, die individuelle Situation zu erfassen, etwa was gelingt, wo Unterstützung nötig ist und was verändert werden soll.
Wichtige Fragestellungen für den Menschen mit Behinderung sind:
- Was ist Ihnen wichtig?
- Wobei möchten und benötigen Sie Unterstützung?
- Was gelingt Ihnen und was gelingt Ihnen nicht?
- Was möchten Sie verändern?
Zusätzlich können folgende Fragen hilfreich sein:
- Was möchten Sie beibehalten?
- Was möchten Sie erhalten?
- Was könnte Ihnen gelingen?
- Was möchten Sie dazulernen?
Bereich 1 - Arbeit
Erfasst werden die Angaben des Menschen mit Behinderung zu den relevanten Inhalten aus den ICF Kapiteln 1 (Lernen und Wissensanwendung), 2 (allgemeine Aufgaben und Anforderungen) und 8 (bedeutende Lebensbereiche).
Leitende Frage:
Was gelingt und was gelingt nicht bei der Arbeit?
Bereich 2 - Kommunikation
Erfasst werden die Angaben des Menschen mit Behinderung zu den relevanten Inhalten aus den ICF Kapiteln 3 (Kommunikation) und 7 (häusliches Leben).
Leitende Frage:
Was gelingt und was gelingt nicht im Kontakt mit anderen Menschen?
Bereich 3 - Selbstversorgung, häusliches Leben, Mobilität
Erfasst werden die Angaben des Menschen mit Behinderung zu den relevanten Inhalten aus den ICF Kapiteln 4 (Mobilität), 5 (Selbstversorgung) und 6 (häusliches Leben).
Leitende Frage:
Was gelingt und was gelingt nicht bei der Selbstversorgung, im häuslichen Leben und bei der Mobilität?
Bereich 4: Gemeinschaftliches Leben, Freizeit
Erfasst werden die Angaben des Menschen mit Behinderung zu den relevanten Inhalten aus den ICF Kapiteln 8 (bedeutende Lebensbereiche), 9 (gemeinschafts-, soziales und staatsbürgerliches Leben) und 1 (Lernen und Wissensanwendung).
Leitende Frage:
Was gelingt und was gelingt nicht in der Freizeit oder bei anderen Aktivitäten?
Kontextfaktoren im BEI_NRW
Kontextfaktoren beschreiben den persönlichen Lebenshintergrund des Menschen mit Behinderung und beeinflussen die Teilhabe, ohne die Behinderung selbst zu erfassen. Sie können fördernd oder hemmend wirken.
Unterschieden werden personbezogene Faktoren (z. B. Lebensgeschichte, Erfahrungen, Eigenschaften) und umweltbezogene Faktoren (z. B. soziale Unterstützung, Hilfsmittel, Versorgung und Zugänglichkeit).
Sie stehen in Wechselwirkung mit Aktivitäten und Teilhabe und werden deshalb immer im Gesamtkontext betrachtet.
Körperfunktionen und -strukturen
Diese Komponente der ICF erfasst Körperfunktionen (z. B. Herz-Kreislauf, Nervensystem, Atmung) und Körperstrukturen (z. B. Organe, Gliedmaßen, Muskeln).
Schädigungen sind dabei Abweichungen oder Verluste dieser Funktionen oder Strukturen.
Die Beurteilung und Dokumentation erfolgt nach ICF-Vorgaben durch qualifiziertes Fachpersonal, in der Regel Ärzt:innen, und kann bei Vorliegen entsprechender Daten übernommen werden.
Kontakt BEI_NRW / PerSEH für den Teilhabebereich Arbeit
Technische Probleme
Bei technischen Problemen mit den Verfahren PerSEH und LWL-Bena wenden Sie sich an den User Help Desk (UHD).
Tel: 0251 591-1880
Verwaltung von Administrator:innen
Bei Fragen zur Registrierung, Änderung und Löschung von Administrierenden wenden Sie sich an folgende E-Mail-Adresse.
Einzelfall
Bei Fragen zum Einzelfall (wie neuer Leistungserbringer, Leistungsberechtigte nicht angezeigt in PerSEH) wenden Sie sich an die Teilhabeplanung.
Fachliche Fragen
Bei grundsätzlichen fachlichen Fragen zum Bedarfsermittlungsinstrument BEI_NRW wenden Sie sich an das Team zur Weiterentwicklung des BEI_NRW/PerSEH.