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Start in die Bäckerlehre - die Story

Die ganze Story

Der Integrationsfachdienst (IFD) des Kreises Soest, der im Auftrag des LWL das Programm "KAoA-STAR" umsetzt, hat den stark sehbeeinträchtigten 20-Jährigen während der Berufsorientierung begleitet. IFD-Mitarbeiter Julius Chudalla hat alle Angebote und Instrumente der Beruflichen Orientierung koordiniert. Dazu gehörte es, das funktionale Sehvermögen von Guderian festzustellen, die sogenannte Potenzialanalyse durchzuführen und Praktika auf dem Allgemeinen Arbeitsmarkt zu begleiten. Zudem war er das Bindeglied aller beteiligten Institutionen und Personen: der Eltern, der Agentur für Arbeit, des Unternehmens, der Hilfsmittelfirmen und der Berufsschule.

Bei Ludger Kapschak stieß Guderian auf offene Ohren. Der Inhaber eines Bäckereibetriebes erkannte schon bald das besondere Talent des jungen Mannes: "Jan-Phillip hat super gearbeitet und Einsatz gezeigt. Anscheinend hat er einen guten Fühl- und Tastsinn, denn er hat es viel schneller als andere gelernt, den Teig rundzuwirken, ihn also in eine kugelige Form zu bringen. Das ist eine besondere Fähigkeit, die beileibe nicht jeder mitbringt." Kapschak war spontan bereit, dem talentierten Praktikanten einen Ausbildungsplatz zu geben.

Doch zuvor waren einige Hürden zu bewältigen. So sieht der Ausbildungsrahmenplan zum Beispiel vor, dass werdende Bäcker an Teigausrollmaschinen geschult werden. Die Maschine im Betrieb war jedoch mit Guderians Sehbehinderung nicht zu bedienen. Daher hat Chudalla Kontakt zur Agentur für Arbeit Hamm aufgenommen. In intensiven Gesprächen informierten und berieten die Reha-Beraterin Sandra Koch sowie der Technische Berater Matthias Schmidinger Arbeitgeber und Stellenanwärter über mögliche finanzielle Fördermöglichkeiten. Gemeinsam mit dem IFD sowie entsprechenden Hilfsmittelfirmen und nach Rücksprache mit dem Berufskolleg hat der Ausbildungsbetrieb schließlich eine computergesteuerte Teigausrollmaschine angeschafft. Hinzu kamen eine elektronische Handlupe und eine spezielle Tafelbildkamera für die berufspraktische Unterweisung. Die Kosten von 30.000 Euro dafür übernahm die Agentur für Arbeit.

 

Foto LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Guderian ist froh, dass er so am Arbeitsleben teilhaben kann: "Ich habe mich sehr gefreut, die Lehrstelle zu bekommen. Ich mag es, Dinge zu produzieren, und mir gefallen sogar die ungewöhnlichen Arbeitszeiten, die dieser Job mit sich bringt."

3 Männer in einer Bäckerei

Hintergrund:

Hintergrund
"Kein Abschluss ohne Anschluss - Übergang Schule-Beruf" (KAoA) ist ein NRW-weites System des Übergangs von der Schule in den Beruf und richtet sich an Schüler:innen ab der Jahrgangsstufe 8. "STAR" ist das entsprechende behindertenspezifische Angebot für Schüler:innen mit Behinderung oder Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung. Ziel ist eine verbesserte Chancengleichheit im Übergang zum Berufsleben und mehr Teilhabe von Menschen mit Behinderung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt. Die Koordination von "KAoA-STAR" in Westfalen-Lippe liegt in den Händen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL), der die Integrationsfachdienste (IFD) mit der Umsetzung vor Ort beauftragt.


 

Pressekontakt:
Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
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