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Aktuelles

Hier finden sie aktuelle Meldungen zu KAoA-STAR


 

Erstes Job-Speed-Dating für Jugendliche mit Handicap in Münster

09.12.2019

Gut vorbereitet und auch ein bisschen aufgeregt waren sie, die 60 Schülerinnen und Schüler, die in der LWL-Martin-Luther-King-Schule in Münster auf Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber der Region trafen. Schließlich ging es bei der Veranstaltung um konkrete Schritte für den Einstieg in das Berufsleben. 15 Ausstellende waren der Einladung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) und der Bundesagentur für Arbeit zum ersten Job-Speed-Dating für junge Menschen mit Handicap in Münster gefolgt, um persönlich mit den Schülerinnen und Schülern ins Gespräch zu kommen und Praktikumsplätze oder weitere betriebliche Perspektiven zu vereinbaren.

Münster (Agentur für Arbeit Ahlen-Münster). „Es läuft“, freut sich Melanie Tegas, Abteilungsleiterin im Handelsunternehmen Real. Gerade hat sie den 15-jährigen Justin kennengelernt. Der junge Mann möchte nach dem Schulabschluss gerne mit Menschen arbeiten. Eine Ausbildung im Einzelhandel kann er sich gut vorstellen. Bei Melanie Tegas ist er an der richtigen Adresse. Die Personalerin hat Justins Kurzbewerbung entgegengenommen und dem Schüler einen Praktikumsplatz angeboten. „Ein Praktikum ist für uns immer der Einstieg“, sagt sie und erklärt: „Dann können beide Seiten sehen, ob es passt und ob eine Ausbildung in Frage kommt“. Justin habe einen sehr kommunikativen Eindruck gemacht, berichtet Melanie Tegas. „Er war gut vorbereitet und weiß, was er möchte. Das sind gute Voraussetzungen“, lobt sie. Das Job-Speed-Dating in Münster ist nicht das erste, an dem die Unternehmensvertreterin teilnimmt: „Wir haben in anderen Städten sehr gute Erfahrungen mit der Veranstaltung gemacht und immer sehr interessierte junge Menschen kennengelernt“. Ihr Unternehmen gebe jungen Menschen mit Behinderungen gerne eine berufliche Perspektive, nicht nur, weil es zunehmend schwerer wird, am Arbeitsmarkt Personal zu finden. „Es ist schön zu sehen, wie die jungen Menschen sich im Beruf entwickeln“, betont Tegas.

Das persönliche Kennenlernen spiele eine besonders große Rolle, wenn Arbeitgeber auf jugendliche Bewerber mit Behinderung oder mit besonderem Förderbedarf treffen, so die Erfahrung von Annegret Brock, Beraterin für Rehabilitanden und Schwerbehinderte in der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster. „Jeder Schüler bringt seine besonderen Stärken mit. Diese kann man aber nicht immer in einer schriftlichen Bewerbung klarmachen“, erklärt Brock. „Im persönlichen Kontakt merken beide Seiten aber meist recht schnell, ob der Jugendliche ins Unternehmen passen könnte“. Wenn sich Betriebe entscheiden, junge Menschen mit Handicap einzustellen, gibt es ein gut funktionierendes Netzwerk von Organisationen mit vielen Unterstützungsmöglichkeiten. Darauf macht Karin Lebek vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe aufmerksam, die das Job-Speed-Dating mit organisiert hat. Die Beantragung der Fördermöglichkeiten sei nicht kompliziert: „Alle Beteiligten stehen den Arbeitgebern hilfreich zur Seite“. Das betreffe nicht nur finanzielle Unterstützung: „Die Jugendlichen und die Betriebe werden auch während des Praktikums oder der Ausbildung durch erfahrene Fachkräfte begleitet“. Am Ende des Job-Speed-Datings sind die Organisatoren zufrieden: Jedes ausstellende Unternehmen konnte nach den Gesprächen mit den Jugendlichen einige interessante Kurzbewerbungen entgegennehmen.


 

Job-Speed-Dating für Jugendliche mit Behinderung in Dortmund

18.10.2019

Zweite gemeinsame Veranstaltung von LWL-Inklusionsamt Arbeit und Bundesagentur für Arbeit

Dortmund (lwl). Die Suche nach einer passenden Berufsperspektive in einem Unternehmen ist besonders für Jugendliche mit einer Behinderung nicht leicht. Dennoch sind viele Arbeitgeber sehr offen für eine Einstellung. Das zeigte das Job-Speed-Dating, das jetzt in Dortmund stattfand und bereits zum zweiten Mal vom LWL gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit veranstaltet wurde.

Betriebe aus unterschiedlichen Branchen zeigten sich in der Aula der Rheinisch-Westfälischen Realschule des LWL in Dortmund offen für Gespräche. Neben Großunternehmen wie der Daimler AG, Rewe und 3 M waren ebenso drei Inklusionsunternehmen, die Kammern und die Agentur für Arbeit selbst vertreten. Einige Betriebe hatten Auszubildende mitgebracht, die den Jugendlichen aus erster Hand über ihre eigenen Erfahrungen berichten konnten. Einzelne Firmen boten mit „Praxisstücken“ wie zum Beispiel einem 3D-Drucker interessante Einblicke in die Arbeitswelt.

Die Jugendlichen, die aus Gelsenkirchen, Bottrop, Gladbeck, Bochum, Herne, Dortmund und Hagen sowie dem Ennepe-Ruhr-Kreis kamen, bringen viele Potenziale mit - darauf möchte die Veranstaltung aufmerksam machen. Das Job-Speed-Dating bietet gute Chancen, sie mit dem für sie passenden Arbeitgeber zusammenzubringen und erste Kontakte zu knüpfen.
Die Jugendlichen haben unterschiedliche Handicaps, wie zum Beispiel eine Hör- oder Sehbehinderung, eine körperliche, sprachliche oder auch geistige Behinderung und werden im Auftrag des LWL-Inklusionsamtes Arbeit bei der Suche nach einer Anschlussperspektive durch den Integrationsfachdienst (IFD) im Rahmen der NRW-weiten Berufsorientierung nach KAoA-STAR (siehe Hintergrund) unterstützt.

In einer Feedbackrunde mit den Unternehmen und Institutionen wurde besonders betont, wie gut sich die Jugendlichen auf die Veranstaltung vorbereitet hatten.

Ein weiteres Job-Speed-Dating für junge Menschen mit Behinderung wird am 8. November 2019 im Münsterland stattfinden.

Hintergrund
Die Jugendlichen werden im Rahmen des Landesvorhabens KAoA-STAR
(Kein Abschluss ohne Anschluss - Schule trifft Arbeitswelt) über den regionalen Integrationsfachdienst (IFD) begleitet und erhalten bereits während der Schulzeit eine standardisierte Berufsorientierung. KAoA-STAR wird in enger Zusammenarbeit der Landschaftsverbände Westfalen-Lippe und Rheinland mit dem NRW-Schulministerium, dem NRW-Sozialministerium und mit der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit in ganz NRW umgesetzt. Die Initiative richtet sich an Schülerinnen und Schüler mit einer anerkannten Schwerbehinderung, diagnostizierter Autismus-Spektrum-Störung und/oder einem sonderpädagogischen Förderbedarf in den Bereichen Geistige Entwicklung, Körperliche und Motorische Entwicklung, Sehen, Hören und Kommunikation sowie Sprache.