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Inklusionsbetriebe

Inklusionsbetriebe sind Unternehmen und Betriebe des allgemeinen Arbeitsmarktes. Sie bieten sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze zu tariflichen oder ortsüblichen Konditionen. Die Firmen sind rechtlich und wirtschaftlich selbstständig und müssen sich wie jedes andere Unternehmen am freien Markt behaupten.

Gemeinsame Arbeit von Menschen mit und ohne Behinderung

In den Inklusionsbetrieben arbeiten Menschen mit und ohne Schwerbehinderung zusammen. Die Betriebe beschäftigten in der Regel zwischen 30 und 50 Prozent Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Handicaps.
Inklusionsbetriebe richten sich vor allem an Menschen mit Behinderung, deren Eingliederung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt aufgrund von Art oder Schwere der Behinderung besonders schwierig ist.

Drei Männer bei der Gartenarbeit.

Formen von Inklusionsbetrieben

  • Inklusionsunternehmen sind rechtlich und wirtschaftlich selbstständige Unternehmen des allgemeinen Arbeitsmarktes
  • Inklusionsbetriebe und -abteilungen sind rechtlich unselbstständige Betriebe oder Abteilungen von gewerblichen Unternehmen oder öffentlichen Arbeitgebern
Drei Frauen binden Blumensträuße.

Nachteilsausgleiche für Inklusionsbetriebe

Inklusionsbetriebe können für die Arbeitsplätze der Personen mit Schwerbehinderung eine öffentliche Unterstützung in Form von Nachteilsausgleichen erhalten. Diese dient nicht der Abdeckung unternehmerischer Risiken, sondern dem Ausgleich der betriebswirtschaftlichen Nachteile, die durch die besondere Zusammensetzung der Belegschaft entstehen.

Förderprogramme für Inklusionsbetriebe

Förderprogramm des Landes NRW „Integration unternehmen!“

1. Investitionskostenförderung für die Schaffung von neuen Arbeitsplätzen für Menschen mit Schwerbehinderung

Das Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales des Landes NRW unterstützt die Schaffung neuer Arbeitsplätze in Inklusionsbetrieben mit dem Landesprogramm "Integration unternehmen!". Für die Finanzierung der Investitionskosten stehen in NRW über dieses Programm jährlich 2,5 Mio. Euro Landesmittel für die Schaffung von neuen Arbeitsplätzen im Sinne des § 215 des Neunten Buches Sozialgesetzbuch (SGB IX) zur Verfügung.

 

2. Gewährung von Leistungen aus Gründen der Billigkeit für Inklusionsbetriebe (Corona-Soforthilfe) bis zum 31.12.2020

Das Land gewährt Liquiditätshilfen für rechtlich selbständige Inklusionsbetriebe gem. § 215 SGB IX soweit coronabedingte wirtschaftliche Schwierigkeiten vorliegen. Die Hilfe dient zur Sicherung der bestehenden sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze für schwerbehinderte Menschen nach § 215 SGB IX.

Die Unternehmen, die in Folge der Corona-Pandemie unverschuldet in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten sind, können zur Sicherung ihrer wirtschaftlichen Existenz und Überbrückung von akuten und erheblichen Finanzierungsengpässen durch eine Billigkeitsleistung unterstützt werden. Dies wird insbesondere angenommen, wenn

  • die Umsätze sich gegenüber dem Vorjahresquartal erheblich reduziert haben

oder

  • die Möglichkeiten Umsätze zu erzielen durch eine behördliche Auflage im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie massiv eingeschränkt wurden

oder

  • die vorhandenen Mittel nicht ausreichen, um die kurzfristigen Verbindlichkeiten des Unternehmens bis Ende 2020 (z.B. Mieten, Kredite für Betriebsräume, Leasingraten, Versicherungsbeiträge) zu zahlen.

 

Die betriebswirtschaftliche Beratungsstelle für Inklusionsbetriebe bei der HWK Münster erstellt aufgrund dieser Unterlagen eine betriebswirtschaftliche Stellungnahme.

Für die Beantragung der Corona-Soforthilfe nutzen Sie bitte das untenstehende Antragsformular und senden dieses an das LWL-Inklusionsamt Arbeit.

Weitere Einzelheiten entnehmen Sie der beigefügten Richtlinie.

Förderprogramm "LWL 350plus"

Förderung von Inklusionsbetrieben gem. § 215 SGB IX aus dem Programm LWL 350plus:

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe hat mit dem neuen Förderprogramm „LWL 350plus“ ein Programm aufgelegt, das ermöglicht, unter bestimmten Voraussetzungen 350 zusätzliche Arbeits- und Ausbildungsplätze in bestehenden oder neuen Inklusionsbetrieben gem. § 215 SGB IX in den Jahren 2020 bis 2023 zu schaffen und hierfür dauerhaft Fördermittel für Nachteilsausgleiche aus dem LWL-Haushalt bereitzustellen.

Voraussetzung für eine Förderung eines Inklusionsbetriebes ist, dass neue Arbeits- oder Ausbildungsplätze für schwerbehinderte Menschen im Sinne des § 215 Absatz 2 SGB IX geschaffen werden. Schwerpunkt ist dabei die Eingliederung von Personen, die aus einer Werkstatt für behinderte Menschen (kurz: WfbM) in einen Inklusionsbetrieb wechseln möchten und von Personen mit wesentlicher Behinderung, wenn für diese durch das sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnis eine Alternative zur Aufnahme in eine WfbM ermöglicht wird (sog. WfbM-Alternativfälle). Weiterhin sollen gezielt Inklusionsbetriebe in Regionen gefördert werden, in denen bislang keine oder unterdurchschnittlich wenige Inklusionsbetriebe gefördert werden bzw. in Regionen, in denen es bislang wenige Übergänge aus der WfbM auf den allgemeinen Arbeitsmarkt gibt.

Aus den Mitteln des Programmes können erbracht werden: 

  • Leistungen bei außergewöhnlichen Belastungen nach § 27 Schwerbehinderten-Ausgleichsabgabeverordnung
  • Leistungen zum Ausgleich des besonderen Aufwandes gem. §217 SGB IX

Der Inklusionsbetrieb hat einen Antrag an das LWL-Inklusionsamt Arbeit zu stellen.

Ihr Kontakt zu uns

Hier finden Sie die für Ihren Arbeitsort in Westfalen-Lippe zuständige Ansprechperson.

Eine Frau und ein Mann stehen nebeneinander. Der Mann hält ein Telefon in der Hand.