Transkript anzeigen Abspielen Pausieren

Formular für den Menschen mit Behinderung: Persönliche Sicht

Persönliche Sicht: Vorbereitung der Bedarfsermittlung

Die Persönliche Sicht der leistungsberechtigten Person ist ein zentraler Bestandteil der Bedarfsermittlung. Sie bildet die Ausgangslage für das vertiefende gemeinsame Gespräch.

Der Leistungserbringer stellt der leistungsberechtigten Person das Formular „Persönliche Sicht" rechtzeitig vor dem Bedarfsermittlungsgespräch zur Vorbereitung zur Verfügung. Die im Formular enthaltenen Themen und Fragen geben eine erste Struktur vor und ermöglichen es der leistungsberechtigten Person, in Ruhe über die eigenen Wünsche nachzudenken.

Die leistungsberechtigte Person kann ihre Gedanken zur „Persönlichen Sicht" alleine oder gemeinsam mit einer Vertrauensperson aufschreiben oder reflektieren.

Sie kann Antworten in der „Persönlichen Sicht" nicht nur schriftlich, sondern auch kreativ gestalten, z. B.:

  • durch Zeichnungen oder gemalte Bilder
  • durch Fotos oder Grafiken
  • oder durch andere persönliche Ausdrucksformen

Falls es der leistungsberechtigten Person nicht möglich ist, sich selbst auszudrücken, besteht die Möglichkeit von stellvertretenden Äußerungen.  

Die „Persönliche Sicht" befindet sich in PerSEH im Vorgang Fortschreibung auf dem Bogen „Gesprächsleitfaden" der Seite „Persönliche Sicht und persönliche Ziele".

Persönliche Sicht: Persönliche Ziele erfassen

Auf der Seite „Persönliche Sicht und persönliche Ziele" der webbasierten Anwendung PerSEH werden die Wünsche und Ziele der leistungsberechtigten Person festgehalten. Sie werden übertragen und bilden die Grundlage für das vertiefende Gespräch im Rahmen der Fortschreibung der Bedarfsermittlung.

Die Angaben der leistungsberechtigten Person werden ohne Bewertung oder Kommentierung in PerSEH übernommen. Sie können jedoch in den dafür vorgesehenen Feldern „ergänzende fachliche Sicht" durch den Leistungserbringer ergänzt werden.

Persönliche Sicht: Formular

Das Formular steht als beschreibbares PDF zur Verfügung, so dass dies ausgedruckt und als „echtes“ Papier beschrieben oder am PC ausgefüllt werden kann. 

Bearbeitung und Dokumentation der Fortschreibung mit PerSEH für Fachleute

PerSEH wird in der Fortschreibung von Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben gemeinsam vom LWL und Leistungserbringern genutzt.

Die Mitarbeitenden der Leistungserbringer führen Fortschreibungsgespräche mit dem Menschen mit Behinderung und dokumentieren dies in PerSEH. Im digitalen Austausch zwischen der Teilhabeplanung des LWL und dem Leistungserbringer wird die Fortschreibung durch den LWL geprüft. Die Teilhabeplanung dokumentiert ihre Entscheidung in PerSEH und schließt den Vorgang. Das Ergebnis ist das BEI_NRW.

Der LWL kann den Zugriff auf das BEI_NRW in PerSEH ausschließlich den Leistungserbringern in Westfalen-Lippe zur Verfügung stellen. 

Wir stellen Ihnen nun die einzelnen Bögen und Seiten des BEI_NRW in PerSEH vor:

Element Basisdaten

Im Bogen „Element Basisdaten“ werden grundlegende Informationen zum Menschen mit Behinderung und zu Leistungen, die er bereits erhält oder die für ihn relevant sein können, erfasst. Dieser Bogen bildet die Basis für die weitere individuelle Bedarfsermittlung und hilft dabei, die passenden Leistungen zu bestimmen.

Der Bogen umfasst zwei Seiten:

Personenbezogene Daten

Auf der Seite „Personenbezogene Daten“ werden grundlegende persönliche Informationen des Menschen mit Behinderung erfasst.

Hier sind persönliche Angaben sowie Informationen zur rechtlichen Vertretung, zu Unterstützungspersonen, zur Schul- und Berufsausbildung, zur ärztlichen Anbindung und zur Behinderung zu dokumentieren.

Übersicht der Leistungen in PerSEH

Auf der Seite „Übersicht Leistungen“ werden Leistungen des Trägers der Eingliederungshilfe und anderer Leistungsträger sowie Leistungen im Sozialraum erfasst. Es sind nur die für die konkrete Person zutreffenden und relevanten Leistungen zu dokumentieren.

Rückblick mit Wirkungskontrolle

Im Bogen „Rückblick“ wird die Wirkungskontrolle als erster Teil des Fortschreibungsgesprächs mit dem Menschen mit Behinderung dokumentiert. Die Inhalte werden im Gespräch erarbeitet und dokumentiert. Der Leistungserbringer ergänzt die Einschätzung des Menschen mit Behinderung zur Erreichung der Ziele aus fachlicher Perspektive. Nach der Rückschau auf die Ziele des vorherigen Zeitraums wird die Einschätzungen des Menschen mit Behinderung zu seiner aktuellen Teilhabesituation erfasst.

Gesprächsleitfaden

Im Bogen „Gesprächsleitfaden“ wird der aktuelle Stand der Lebenssituation des Menschen mit Behinderung mit einem Schwerpunkt auf den aktuellen individuellen Bedarfen dokumentiert. Der Bogen strukturiert die Bedarfsermittlung entlang der Sichtweise des Menschen mit Behinderung, um individuelle Teilhabeziele wirkungsorientiert und systemisch zu planen. Die Inhalte des Formulars „Persönliche Sicht“ werden übertragen oder im Gespräch erarbeitet und dokumentiert. So orientiert sich das Gespräch konsequent an den Wünschen und Einschätzungen des Menschen mit Behinderung.

Der Bogen umfasst drei Seiten:

Persönliche Sicht und persönliche Ziele

Wir verweisen auf diese Rubrik:

Kontextfaktoren

Auf der Seite „Kontextfaktoren“ werden der persönliche Hintergrund des Menschen mit Behinderung (personbezogene Faktoren) sowie umweltbezogene Förderfaktoren und umweltbezogene Barrieren erfasst.

Aktivitäten und Teilhabe

Auf der Seite „Aktivitäten und Teilhabe“ wird das, was der Mensch mit Behinderung tut und was er gut kann und was er weniger gut kann (Aktivitäten) sowie das Einbezogensein in seine Lebenssituation (Teilhabe) erfasst. Zudem werden die im Gespräch vereinbarten konkreten Teilhabeziele dokumentiert. 

Ziel- und Maßnahmeplanung

Im Bogen „Ziel- und Maßnahmeplanung“ werden die wichtigsten Ziele und Maßnahmen dokumentiert und für den entsprechenden Überprüfungszeitraum festgelegt. Der Bogen dient dazu, individuell abgestimmte Ziele und Maßnahmen transparent zu planen und zusammenzufassen, um die Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben bedarfsgerecht zu erbringen.

Datenschutz in PerSEH

Bei der Nutzung von PerSEH durch Mitarbeitende des LWL gelten die Hinweise zum Schutz der persönlichen Daten des Menschen mit Behinderung:

Sobald der Leistungserbringer feststeht, erhält dieser einen Zugriff auf die Dokumentation der Bedarfsermittlung und die damit verbundenen personenbezogenen Daten, damit die zuständige Ansprechperson beim Leistungserbringer den Menschen mit Behinderung gut unterstützen kann.

Im Rahmen der Fortschreibung führt der Leistungserbringer ein Gespräch mit dem Menschen mit Behinderung, dokumentiert dieses Gespräch in PerSEH und übermittelt die Inhalte digital an den LWL. Für die Datenverarbeitung im Rahmen der Bedarfsermittlung und Fortschreibung im Sinne des Artikels 4 Nummer 7 DSGVO ist der Leistungserbringer selbst verantwortlich.