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Weiterbildung Betriebliche AnsprechPerson Prävention (BAP-P)

Kursbeschreibung

Psychische Erkrankungen bremsen die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland. Die deutsche Wirtschaft registrierte im Jahr 2017 pro Arbeitnehmer/in durchschnittlich 17 Fehltage, der wirtschaftliche Produktionsausfall belief sich dabei auf 76 Milliarden Euro.

Psychische Erkrankungen und Suchterkrankungen belegten dabei Platz 2 der Diagnosegruppen. Ihr Anteil stieg in den letzten 10 Jahren stetig an und verdoppelte sich in dieser Zeit. Durchschnittliche Fehlzeiten liegen dabei mit 36 Tagen deutlich höher bei anderen Diagnosegruppen. Auch sind psychische und Suchterkrankungen mit 42,9 % die häufigste Ursache für Frühverrentungen (vergleiche Daten der gesetzlichen Krankenkassen und Rentenversicherer).

Im Zuge der Digitalisierung erfolgt derzeit ein rascher Wandel von Geschäftsmodellen, Organisationsstrukturen und Produktionsweisen. Das führt zu tiefer Verunsicherung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, was sowohl deren Motivation und Leistungsfähigkeit mindert als auch deren Gesundheit bedroht. In vielen Unternehmen liegt das Augenmerk aber immer noch stark auf dem physischen Arbeitsschutz.


Die aktuelle Fachliteratur verortet Ursachen für psychische Belastung übereinstimmend in den Feldern Führung, Arbeitsorganisation und mangelnde psychosoziale Unterstützung der Mitarbeitenden. Damit kommt den Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen eine zentrale Rolle in der Prävention von psychischen und Suchterkrankungen zu. Verhaltens- und Wesensveränderungen zeigen sich öffentlich zuerst am Arbeitsplatz. Personalverantwortliche und Mitarbeitervertretungen können somit einen wichtigen Beitrag zur Früherkennung und der Einleitung professioneller Hilfen bieten. Interventionen erscheinen zu folgenden Themen besonders sinnvoll:

Verhältnisprävention

  • Entwicklung einer gesundheitsorientierten Unternehmenskultur
  • Förderung „guter Führung“ (vergleiche INQA 2015, Forum Gute Führung)
  • Ganzheitliche Arbeitsablaufgestaltung
     

Verhaltensprävention

  • Verbesserung individueller Selbststeuerung der Mitarbeitenden
  • Soziale Unterstützung belasteter Mitarbeitender

 

Für die soziale Unterstützung belasteter Mitarbeitender hat sich in den letzten Jahren das Modell der Betrieblichen AnsprechPerson Prävention (BAP-P) bewährt. Sie ist im Rahmen des LWL-5-Säulen-Modells betrieblicher Gesundheitsprävention Sucht und Psyche neben der qualifizierten Führungskraft die zweite zentrale Säule betrieblichen Gesundheitsmanagements.
 

Diese Veranstaltung wird mit 14 Stunden für CDMP-Weiterbildung anerkannt.

Zielgruppe

Betriebs- und Personalräte, Schwerbehindertenvertretungen, ArbeitsmedizinerInnen, Akteure im betrieblichen Gesundheitsmanagement, motivierte und kompetente Mitarbeitende

Weiterbildungsziele

Psychische Störungen und Suchterkrankungen verstehen

  • Unsicherheiten in Ansprache und Umgang mit Betroffenen abbauen
  • Grundlagen der Beratung und Gesprächsführung kennen und einüben
  • Die eigene Rolle und ihre Grenzen kennen
  • In krisenhaften Situationen handlungs- und gesprächsfähig sein
  • Mit professionellen Hilfs- und Unterstützungssystemen bei psychischen und Suchterkrankungen kooperieren

Dozententeam

  • Dipl.-Psych. Anke Kirchhof-Knoch, Psycholog. Psychotherapeutin
  • Dipl.-Soz. Arb. Karin Martin, Coach, Disability Managerin CDMP
  • Dr. med. Andrea Mechler, Fachärztin für Allgemeinmedizin, ärztl. Psychotherapeutin, Supervisorin DGSv
  • Prof. Dr. Dipl.-Psych. Pascal Wabnitz, Psycholog. Psychotherapeut, Professor für angewandte Psychologie an der Fachhochschule der Diakonie, Bielefeld

Leistungen des Weiterbildungsträgers

  • Kursumfang 300 Unterrichtsstunden
  • Individuelle Beratung zu Motivation, Eignung und betrieblichen Handlungsperspektiven vor Beginn der Weiterbildung
  • 5 Blockseminare
  • Studienberatung während der gesamten Weiterbildung
  • 4 halbtägige Gruppensupervisionen mit externem Supervisor
  • Begleitung der Praxistage in den Unternehmen der Teilnehmenden
  • Dokumentation der Lehrinhalte und Literaturliste der Blockseminare
  • Individuelles Feedback auf die Graduierungsarbeit
  • Qualifiziertes Abschlusszertifikat

Kursgebühr

Kursgebühr 3.500,00 Euro pro Teilnehmer/in.

Die Weiterbildung ist umsatzsteuerfrei gemäß § 4 Absatz 1 Nummer 22 a UStG.

Übernachtung/Frühstück und Tagesverpflegung ist nach Aufwand, insgesamt maximal 1.899,00 Euro, während der Blockseminare direkt mit dem Tagungshotel abzurechnen.

Infoveranstaltung

Eine kostenfreie Informationsveranstaltung findet am 29. November 2019, 10:00 bis 13:00 Uhr, im LWL-Klinikum Gütersloh statt. Dort besteht Gelegenheit, die Dozentinnen und Dozenten kennenzulernen und offene Fragen zur Weiterbildung zu klären. Um Anmeldung wird gebeten.

Kontakt / Anmeldung

LWL-Präventionsfachdienst Sucht und Psyche
im LWL-Klinikum Gütersloh

Buxelstraße 50
33334 Gütersloh
Tel.: 05241/502-2572
Fax: 05241/502-2610
praeventionsfachdienst@lwl.org

1. Seminar

09. März bis 12. März 2020

  • Einführung in die Klientenzentrierte Beratung/Gesprächsführung
  • Betriebliches Präventionssystem Sucht und Psyche – das LWL-5-Säulen-Modell
  • Aufgaben, Rolle und Haltung der BAP-P
  • Ein/e BAP berichtet aus der Praxis

2. Seminar

22. Juni bis 25. Juni 2020

  • Klientenzentrierte Beratung/Gesprächsführung – Techniken der Gesprächsführung
  • Psychische Belastungen und Stress
  • Psychische und Suchterkrankungen

3. Seminar

21. September bis 23. September 2020

  • Klientenzentrierte Beratung/Gesprächsführung im Detail: Umgang mit Motivation, Widerstand
  • und Ambivalenz im Gesprächsverlauf
  • Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM)
  • Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM)
  • Ein/e BAP berichtet aus der Praxis

4. Seminar

16. November bis 18. November 2020

  • Klientenzentrierte Beratung/Gesprächsführung:
  • Reflexion eigener Anteile an der Gesprächsdynamik
  • Mitarbeiter eines Integrationsfachdienstes (IFD) berichten über ihre Arbeit und typische Fallkonstellationen
  • Rahmenbedingungen der betrieblichen Praxis des BAP-P

5. Seminar

18. Januar bis 20. Januar 2021

  • Klientenzentrierte Beratung/Gesprächsführung: Intervention bei individuellen Krisen des Gesprächspartners/der Gesprächspartnerin
  • Psychohygiene des Helfers/der Helferin – Abgrenzung zum Fallgeschehen
  • Aktivierung externer Hilfs- und Unterstützungssysteme
  • Fallbesprechungen

Abschlusskolloquium:

25. Juni 2021

  • Abschlusskolloquium
  • Zertifikatsübergabe