Ausbildung Betriebliche/r AnsprechPartner/in Prävention

Kursbeschreibung

Der DAK Gesundheitsreport meldet jährlich steigende Zahlen der Arbeitsunfähigkeitstage der Versicherten. Die neuesten Zahlen aus dem Jahr 2018 belegen, dass mit rund 249 Fehltagen pro Kalenderjahr auf 100 Versicherte im Jahr 2017 die psychischen Erkrankungen weiterhin zunehmen. Anders ausgedrückt: Psychische Erkrankungen schlugen mit rund 17 Prozent am Gesamtkrankenstand zu Buche. Damit lagen sie hinsichtlich ihrer Bedeutung für den Krankenstand im Vergleich zum Vorjahr an zweiter Stelle.

Für Unternehmen stellen nicht nur die Fehlzeiten oder das frühzeitige Ausscheiden ihrer Mitarbeiter aus dem Berufsleben ein Problem dar. Durch die Alterung der Gesellschaft nimmt der Anteil chronisch kranker Mitarbeiter stetig zu. Darüber hinaus geben – laut WidO-Umfrage aus dem Jahr 2009 – rund zwei Drittel der Befragten an, innerhalb der letzten 12 Monate krank zur Arbeit gegangen zu sein. Nicht jeder Mitarbeiter, der fehlt, ist krank, und nicht jeder, der am Arbeitsplatz erscheint, ist gesund. Die Zunahme psychischer Belastungen und die daraus resultierenden Fehlbeanspruchungen wie dauerhafter Stress oder allgemeine Erschöpfungszustände sind in (fast) jedem Unternehmen ein Thema.

Um diesen Entwicklungen zu begegnen, sind Interventionen auf verschiedenen betrieblichen Ebenen notwendig. Eine Chance bietet die frühzeitige, angemessene und professionelle Begleitung der Beschäftigten, wenn diese psychisch beeinträchtigt oder erkrankt sind. Dies gilt sowohl präventiv als auch während bzw. nach einer Erkrankung. Als wirksam erweist sich ein kollegialer Ansprechpartner im Unternehmen, der über die notwendigen Kenntnisse für erste niederschwellige Interventionsmaßnahmen verfügt. In seiner Rolle als Berater ist der/die Betriebliche AnsprechPartner/in-Prävention ein Teil im Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM).

  • In dieser Ausbildung lernen Sie, das Verhalten von Menschen mit psychischen Störungen und Suchterkrankungen besser einzuschätzen und zu verstehen.
  • Sie lernen, eigene Unsicherheiten und Ängste im Umgang mit auffälligen Kollegen abzubauen.
  • Sie bekommen Anregungen, um auch in schwierigen Situationen angemessen und zielführend zu handeln.
  • Sie erhalten Hilfestellungen für das Gespräch sowie den Umgang mit psychisch belasteten und/oder suchterkrankten Kollegen.
  • Sie üben die lösungsorientierte Gesprächsführung.
  • Sie bekommen Hintergrundinformationen über verschiedene Krankheitsbilder und mögliche therapeutische Hilfen.
  • Sie erhalten Informationen zum Betrieblichen Präventionssystem Sucht und Psyche und einen Überblick über die relevanten Maßnahmen und Akteure für ein Betriebliches Gesundheitsmanagement.

Diese Veranstaltung wird mit 14 Stunden für CDMP-Weiterbildung anerkannt.

Zielgruppe

Betriebs- und Personalräte, Schwerbehindertenvertretungen, Arbeitsmediziner, Akteure des Arbeits- und Gesundheitsschutzes, überbetriebliche Experten, Gesundheitsmanager, kompetente Mitarbeiter

Dozentinnen und Dozenten

Honorardozent: Prof. Dr. Pascal Wabnitz, Dipl. Psychologe

Mitarbeiterinnen des LWL-Präventionsfachdienstes Sucht und Psyche:

  • Anke Kirchhof-Knoch
  • Karin Martin, CDMP
  • Silke Ostermann

Kosten

Kosten auf Nachfrage

In den Kosten sind enthalten:

  • Individuelle Beratung durch die Ausbilder vor, während und nach der Ausbildung
  • Komplette Lehrmaterialien (Materialien zu den Ausbildungsblöcken)
  • 5 Gruppen-Supervisionstermine
  • Begleitung der Praxistage durch die Ausbilder/innen
  • Betreuung der Abschlussarbeit
  • Enge Begleitung durch die Ausbilder/innen
  • Teilnahmeberechtigung an allen Fachtagungen und Spezialangeboten für LWL-zertifizierte BAP-P, -S, -Psych

Infoveranstaltung

Eine Informationsveranstaltung findet am 29. November 2019 von 10.00 bis 14.30 Uhr in der Bernhard-Salzmann-Klinik auf dem Gelände des LWL-Klinikums Gütersloh (kostenfreie Anmeldung über praeventionsfachdienst@lwl.org) statt. An diesem Tag können Sie alle Fragen rund um die Ausbildung persönlich an das Ausbilder-Team stellen.

Kontakt/Anmeldung

LWL-Präventionsfachdienst Sucht und Psyche
Buxelstraße 50 / Haus 01
33334 Gütersloh
Tel.: 05241/502-2818
Fax: 05241/502-2610
praeventionsfachdienst@lwl.org

1. Ausbildungsblock

10. März bis 14. März 2019

In den ersten vier Tagen der Ausbildung erhalten die Teilnehmenden – neben allen wichtigen organisatorischen Informationen – die fachlichen Grundlagen für das betriebliche Präventionssystem Sucht und Psyche in ihrer neuen Rolle als Betrieblicher AnsprechPartner-Prävention. Die Ausbilderinnen und Ausbilder geben eine Einführung in Beratungsprozesse, wobei die lösungsorientierte Beratung einen Schwerpunkt bildet. Eine Besonderheit dieser Ausbildung ist der kontinuierliche Wechsel von theoretischer Wissensvermittlung und der vertiefenden Erprobung in praktischen Übungen, der an jedem der 17 Präsenztage stattfindet.

2. Ausbildungsblock

3. Juni bis 6. Juni 2019

Im zweiten Teil der Ausbildung bildet weiterhin die Beraterrolle des BAP-P einen inhaltlichen Schwerpunkt. Darüber hinaus erhalten die Teilnehmenden Basisinformationen zu psychischen Belastungen und Suchterkrankungen. Der Teilnehmende lernt unter anderem die physiologischen Vorgänge unter Stresseinwirkung und die Ursachen und Auslöser einer Depression kennen.

3. Ausbildungsblock

24. September bis 26. September 2019

Die Ausbildungstage neun bis elf befassen sich im Wesentlichen mit den gesetzlichen Grundlagen der Prävention im Unternehmen. Dabei erarbeiten die Teilnehmenden das individuelle Verständnis des Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) und der damit verbundenen Aufgabe und Rolle des BAP-P. Hier wird geklärt, welches die Ziele, Akteure und Maßnahmen im BGM sind.

4. Ausbildungsblock

19. November bis 21. November 2019

In der vierten Präsenzphase stehen die Methoden sozialer Arbeit im Fokus. In Zusammenarbeit mit den Teilnehmenden werden unter anderem folgende Fragen beantwortet: Wie sieht ein „krankmachender“ Arbeitsplatz aus und welche Interventionen müssen/sollten geplant werden? Was passiert nach der Wiedereingliederung im BEM-Verfahren mit einem psychisch erkrankten Mitarbeiter? Was unterscheidet ein Gespräch von einer Beratung?

5. Ausbildungsblock

21. Januar bis 23. Januar 2020

In den abschließenden Ausbildungstagen beschäftigen sich die zukünftigen BAP-P intensiv mit den Auslösern von und dem Umgang mit Krisen. Die Teilnehmenden erhalten Handlungshilfen für akute Krisen bei Betroffenen und für das Erstellen eines psycho-sozialen Netzwerks. Gleichzeitig wird der Blick auf die Ressourcenaktivierung und Psychohygiene der Betrieblichen AnsprechPartner-Prävention gerichtet. Nach Block 1, 3 und 4 folgt jeweils ein Praxistag. Hier bearbeiten die Teilnehmenden Hausaufgaben in der Kleingruppe. Die Termine werden mit Start der Ausbildung bis zum zweiten Ausbildungsblock von den Teilnehmenden in Abstimmung mit den Ausbildern festgelegt.

Abschluss der Ausbildung:

19. Juni 2020

Das Ende der Ausbildung bildet ein Abschlusskolloquium, in dem Ihre Abschlussarbeit mit dem Ausbilderteam besprochen wird. Im Anschluss erfolgt die feierliche Zertifikatsübergabe im LWL-Klinikum Gütersloh.